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Musterbrief

Der Musterbrief informiert einmal pro Monat über die Neuigkeiten in der Ausstellung der SBCZ. Er enthält Informationen zu Entwicklung, Herstellung und den Materialeigenschaften sowie zur Geschichte eines Produkts und der Firma dahinter. Das Anmeldefenster für den Musterbrief befindet sich unten auf dieser Seite.

März 2019

Neu in der Sammlung: Les Couleurs® Le Corbusier
«Die Farbe ist in der Architektur ein ebenso kräftiges Mittel wie der Grundriss und der Schnitt. Oder besser: die Polychromie, ein Bestandteil des Grundrisses und des Schnittes selbst.» Le Corbusier über Farben, 1936

 


Farbkollektion Les Couleurs Suisse AG, Le Corbusier Farbmusterbox mit 63 pulverbeschichteten metallischen Kärtchen

 

Le Corbusier (1887 – 1965)
Le Corbusier (Charles-Édouard Jeanneret) gilt als einer der bedeutendsten Architekten des 20. Jahrhunderts. Er prägte schon in jungen Jahren die Vorstellungen, die wir noch heute von der klassischen Moderne haben. Sein Lebenswerk umfasst viele wegweisende Gebäude und zahlreiche wichtige Stadtentwicklungspläne rund um die Welt. Er entwarf zeitlose Möbel-Ikonen und schuf Kunstwerke in diversen Techniken - Gemälde, Skulpturen, Zeichnungen und Collagen, Emaille, Wandteppiche oder Gravuren. Damit einher ging auch eine stetige Auseinandersetzung mit Farben, welche sich in der Entwicklung seiner eigenen Farbenlehre manifestierte, die «Polychromie Architecturale».
 


Farbkollektion Les Couleurs® Suisse AG, Le Corbusier Farbfächer

Fondation Le Corbusier
Die Fondation Le Corbusier in Paris verwaltet heute das Lebenswerk von Le Corbusier, der keine direkten Nachkommen hatte. Mit der Gründung einer Stiftung wollte er sicherstellen, dass das von ihm sorgfältig bewahrte 'œuvre', inklusive den Plänen, Schriften und Kunstwerken, nach seinem Tod in einem Archiv gesammelt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. Noch zu Lebzeiten regelte er dazu die Details und kurz nach seinem Tod 1965 wurde die Fondation mit Sitz in der 'Maisons La Roche-Jeanneret' gegründet. Ein Bauwerk das Le Corbusier zwischen 1923 und 1925 erbaute und das 2016 in die Liste des UNESCO Weltkulturerbes aufgenommen wurde.

 


Fondation Le Corbusier in Paris, Maison La Roche-Jeanneret, 8-10 square du Dr. Blanche © FLC/ADAGP. Foto: Olivier Martin-Gambier

 
Les Couleurs® Le Corbusier
Im Einklang mit ihren Statuten und ihrer Mission, der Verbreitung des Lebenswerkes von Le Corbusier, hat die Fondation seine «Polychromie Architecturale» exklusiv der Les Couleurs Suisse AG, mit Sitz in Zürich, anvertraut. Unter der Echtheitsmarke Les Couleurs Le Corbusier zertifiziert die Firma die Farbenlehre mit originalen Farben von Le Corbusier in Partnerschaft mit internationalen Herstellern von Architektur- und Designprodukten. Seit 2008 administriert sie die Vergabe dieser Lizenzen. Kabe Farben, Keim Farben und Anker Teppiche sind drei der rund zwanzig Hersteller und Lizenznehmer und als Aussteller mit ihren Mustern in der SBCZ vertreten.
  


Farbenklaviaturen von 1931, © LCS

 

 
Farbenklaviaturen von 1959, © LCS
 
 
Die Salubra-Kollektionen
Im Rahmen seiner «Polychromie Architecturale» entwickelte Le Corbusier in der Zusammenarbeit mit der damaligen Schweizer Tapetenfirma Salubra zwei Farbzusammenstellungen für Tapetenkollektionen. Die ersten Farbklaviaturen von 1931 umfassten 43 Farbtöne in 14 Serien. Die Serien setzen sich aus Volltonfarben und abgestuften Aufhellungen zusammen. In der zweiten Kollektion von 1959 nahm Le Corbusier 20 Unitöne auf, die kräftiger und dynamischer wirken. Seine Farben organisierte er auf 12 Musterkarten, mit einem Schieber können jeweils drei bis fünf Farben isoliert oder auch zusammen betrachtet werden. Alle Farbtöne sind harmonisch aufeinander abgestimmt und lassen sich so ideal untereinander kombinieren.


ehemalige Salubrafabrik im grenznahen Grenzach-Whyen bei Basel
 
 
Massgeblich an der Neuauflage der Farbklaviaturen war der Architekt und Le Corbusier-Spezialist ETH Prof. em. Arthur Rüegg beteiligt. Seine Forschungen zu den Oberflächen und Farben Le Corbusiers wurden 1997 in der Publikation «Polychromie architecturale, Le Corbusiers Farbenklaviaturen von 1931 und 1959» zusammengefasst und bildeten den Anstoss und die Grundlage zur Wiederbelebung der Farbtöne.
 

 

Centre Le Corbusier, Zürich, Heidi Weber. © FLC/ADAGP
 
 
«Pavillon Le Corbusier» in Zürich, Feuerwerk der Farben
Die elaborierte Auseinandersetzung Le Corbusiers mit Farben ist auch beim Centre Le Corbusier in Zürich ersichtlich. Der Pavillon in Stahl und Glas wurde 1964 bis 1967 gebaut und ist das letzte vom Architekten entworfene Bauwerk. Das Gebäude ging per Mai 2014 zurück in den Besitz der Stadt Zürich und wurde in der Folge von den Architekten Arthur Rüegg und Silvio Schmed umfassend renoviert. Sie stellten ihre Arbeit im vergangenen Dezember in der SBCZ vor. Ab Mai 2019 wird der Pavillon vom Museum für Gestaltung Zürich bespielt und wieder für die Öffentlichkeit zugänglich sein.

 

letzte Änderung: 06.03.2019