Optionen Druckansicht: zurück drucken

Musterbrief



Inhalt

MUSTERBRIEF NOVEMBER 2018
Neu in der Sammlung: Bugholz von K. Winkler AG Holzbiegewerk / TREFFPUNKT «Adaptionen», 8. November 18:00 Uhr / Rückblende Oktober
MUSTERBRIEF NOVEMBER 2018
Neu in der Sammlung: Bugholz von K. Winkler AG Holzbiegewerk
TREFFPUNKT «Adaptionen», 8. November 18:00 Uhr
Rückblende Oktober
Erfahrung und Gefühl
Mit Wasserdampf erhitztes Holz ist verformbar – eine Tatsache, die seit langem bekannt ist und ausgenutzt wird. Die Firma K. Winkler beherrscht das Holzbiegehandwerk, das nebst dem theoretischen Wissen auch viel Erfahrung und Gefühl für das Material voraussetzt.
Bugholzmuster in der SBCZ–Materialsammlung
Holzbiegen
Im Holzbiegewerk werden die bis zu 10 cm dicken und bis zu 4,5 Meter langen Elemente während rund einer Stunde mit Wasserdampf und leichtem Überdruck auf 108° C erhitzt. Bei diesem Prozess weicht sich das Lignin des Holzes auf und es wird eine Holzfeuchtigkeit von 30–40% erreicht.
Öffnen des Dampfofens. Bild: Sabrina Golob
Anschliessend wird das Holz in eine Biegemaschine eingespannt, wo es mit einem Formteil und bis zu 10 Tonnen Krafteinwirkung gebogen wird. Das verformte Holz wird mit Haltestangen fixiert und bis zu einem Monat in einer Trockenkammer gelagert um das dampfgebogene Holz auf eine Zielfeuchte von acht bis zehn Prozent herunterzutrocknen. Anschliessend können die Fixierungen entfernt werden und das Holz bleibt stabil in der Form und kann weiterverarbeitet werden.
Das warme Holz wird über ein Formteil gebogen. Bild: Stefan Baumberger
Im Gegensatz zum Formsperrholz werden im Holzbiegewerk Massivhölzer ohne Leimzusätze verarbeitet. Beim Biegen bleibt die röhrenartige Mikrostruktur des Holzes erhalten. Das verarbeitete Holz stammt bei der K. Winkler AG fast ausschliesslich aus den Wäldern in unmittelbarer Nähe. Passende, möglichst regelmässig und gerade gewachsene Bäume werden jeweils im Herbst zusammen mit dem Förster direkt im Wald ausgesucht, lokal gesägt und im firmeneigenen Lager luftgetrocknet. Für das Dampfbiegen eignen sich alle einheimischen Laubholzarten wie Buche, Esche, Eiche, Nussbaum, Kirschbaum und Ahorn.
Eschenbänke Tramhaltestelle Zürich Central, S2 Stucky Schneebeli Architekten, 2017

Geschichte des Holzbiegens
Die Tradition des Holzbiegens im Möbelbau geht auf die Gebrüder Thonet zurück, die 1859 mit dem Stuhl Nr. 14 den Prototyp des modernen Möbels schlechthin entwickelt haben. Der Stuhl besteht aus mehreren dampfgebogenen Elementen die klein verpackt und anschliessend einfach montiert werden können. Von 1859 bis 1930 wurden 50 Millionen Exemplare verkauft. Form, Konstruktion und Materialeffizienz zeichnen diesen Stuhl bis heute aus. Immer noch setzten viele Möbelhersteller auf die stabile Qualität von Bugholzteilen.
Der Stuhl der Stühle: Thonet Stuhl Nr. 14 zusammengebaut und für den Versand in Einzelteile zerlegt

K. Winkler Holzbiegewerk – Geschichte
Das Holzbiegewerk K. Winkler AG ist dank 80 Jahren Erfahrung führend in der Herstellung von Bugholz. Aktuell führt Roman Winkler das Familienunternehmen mit total 8 Mitarbeitenden in Felsenau (AG) in dritter Generation. Ursprünglich als Zulieferer für bekannte Möbelproduzenten aus der Schweiz, diversifiziert sich das Unternehmen zusehends auch auf Spezialanfertigungen im Architekturbereich und dem Segment der öffentlichen Möblierung.
TREFFPUNKT
Gestaltung im Handwerk «Adaptionen»
8. November 18:00–20:00 Uhr
Schweizer Baumuster-Centrale Zürich

Referierende
Sabine Bär, Partnerin, wild bär heule Architekten AG
Ivar Heule, Partner, wild bär heule Architekten AG

Moderation
David Keist, Abteilungsleiter Handwerk und Material, Haus der Farbe

Der fünfte «Treffpunkt Gestaltung im Handwerk» beleuchtet die erfolgreiche Übersetzung traditioneller Materialien und Handwerkstechniken in die zeitgenössische Architektur anhand zweier unterschiedlicher Projekte des Zürcher Architekturbüros wild bär heule. Die Architekten greifen verloren geglaubtes Traditionshandwerk auf und interpretieren es zeitgemäss. Dabei wird die klassische Stil- und Materialkunde funktions- und kontextbezogen integriert – humorvoll aber mit Wertschätzung.

Eintritt frei, Anmeldung bis 6. November an [email protected]
Rückblende Oktober:

«systematisch integriert» 25. Oktober

Adresse:

Öffnungszeiten:
Mo.–Fr. von 09:00–17:30 Uhr
Klicken Sie hier, wenn Sie sich von unserem Newsletter abmelden möchten.